Erstes Kind: So kommt ihr finanziell gut ins erste Jahr


Darum geht’s
Ihr freut euch auf euer erstes Kind, aber fragt euch, ob das finanziell alles klappt? Mit dem Baby verändern sich nicht nur Alltag und Schlaf, sondern auch Einkommen, Ausgaben und Anträge. Elterngeld, Kindergeld, Mutterschaftsgeld und Familienversicherung helfen, aber ihr müsst sie aktiv planen und beantragen. Was steht euch zu und wie kommt ihr finanziell gut ins erste Jahr?
Kapitel 01
Bei Kindern hört man schnell große Schockzahlen. 175.000 € bis zur Volljährigkeit klingt erstmal riesig. Für eure Entscheidung ist aber wichtiger, was sich monatlich verändert.
Realistisch solltet ihr mit etwa 600 bis 900 € zusätzlichem Bedarf pro Monat rechnen — je nach Einkommen, Wohnsituation und Lebensstil. Im ersten Jahr kommen außerdem einmalige Kosten für Erstausstattung, Kleidung, Kinderwagen, Autositz und Babyalltag dazu.
Der Staat hilft mit Elterngeld, Kindergeld und steuerlichen Vorteilen. Trotzdem bleibt die wichtigste Frage: Wie verändert sich euer monatlicher Spielraum, wenn das Baby da ist?
Drei Zahlen, die eure Planung realistischer machen
175.000 €
So hoch können die Gesamtkosten bis zur Volljährigkeit ausfallen. Wichtig für euch ist aber vor allem der monatliche Spielraum.
600 bis 900 €
Der wichtigere Wert für euren Alltag: So stark kann sich euer Monatsbudget verändern.
3.500 €
Ein realistischer Startpuffer für Erstausstattung, Kleidung, Kinderwagen, Autositz und erste Baby-Kosten.
Wusstest du, dass die große Kinder-Kostenzahl oft mehr Angst macht als hilft?
Hinweis
Lasst euch von den 175.000 € nicht erschlagen. Entscheidend ist euer monatlicher Spielraum nach der Geburt. Also Kosten minus Kindergeld, Elterngeld und mögliche Entlastungen.
Kapitel 02
Drei Hauptleistungen sind in den ersten Jahren der Anker: Mutterschaftsgeld (volles Netto rund um die Geburt), Elterngeld (Lohnersatz nach der Geburt) und Kindergeld (laufend ab Geburt). Dazu kommen kleinere Hebel wie der Kinderfreibetrag bei der Steuer und die kostenlose Familienversicherung des Kindes in der gesetzlichen Krankenkasse.
Wichtig: Elterngeld und Kindergeld müssen aktiv beantragt werden. Wer drei Monate trödelt, verliert echtes Geld, denn rückwirkend zahlt die Familienkasse höchstens drei Monate. Spätestens beim Beantragen der Geburtsurkunde ist der gute Moment, die ersten Anträge auszufüllen.
Welche Leistung ist welche?
Klick erst die Leistung, dann die passende Beschreibung.
Tipp
Prüft die Steuerklasse früh. Wer später Elterngeld bekommt, sollte rechtzeitig schauen, ob ein Wechsel das Vorgeburts-Netto erhöht. Wartet ihr zu lange, bringt der Wechsel für das Elterngeld oft nichts mehr.
Kapitel 03
Beim Elterngeld zählt vor allem euer Einkommen vor der Geburt. Als grobe Faustregel gilt: Das Basis-Elterngeld liegt meist bei 65 % des durchschnittlichen Netto-Einkommens der letzten 12 Monate — mindestens 300 € und höchstens 1.800 € im Monat.
Wenn du vorher 2.000 € netto verdient hast, bekommst du ungefähr 1.300 € Basis-Elterngeld. Wer vorher nicht gearbeitet hat, bekommt den Mindestbetrag von 300 €.
Für eure Planung ist aber nicht nur die Höhe wichtig, sondern auch das Modell. Basis-Elterngeld passt eher, wenn eine Person voll pausiert. ElterngeldPlus kann sinnvoll sein, wenn ihr länger Geld bekommen und früher in Teilzeit zurückkehren wollt. Entscheidend ist, dass Elterngeld, Elternzeit und Wiedereinstieg zu eurem Monatsbudget passen.
So wirkt dein Netto vor der Geburt auf das Elterngeld
Dein durchschnittliches Netto vor der Geburt lag bei 2.000 € im Monat. Wie hoch ist dein monatliches Basis-Elterngeld?
Tipp: Das Basis-Elterngeld beträgt ungefähr 65 % davon.
Hinweis
Basis-Elterngeld ist stärker, wenn du voll pausierst. ElterngeldPlus passt besser, wenn du länger planen und schrittweise in Teilzeit zurückkehren willst. Entscheidend ist, welches Modell euer Monatsbudget stabiler macht.
Kapitel 04
Nach der Geburt soll euer Kopf beim Baby sein, nicht bei Formularen, Fristen und Geldstress. Deshalb lohnt es sich, die wichtigsten Dinge vorher zu klären.
Besonders wichtig sind fünf Punkte: Steuerklasse prüfen, Elternzeit anmelden, Krankenversicherung klären, Notgroschen aufbauen und bei unverheirateten Paaren Vaterschaft sowie Sorgerecht regeln.
Wenn diese Themen vorbereitet sind, startet ihr deutlich entspannter ins erste Jahr. Nicht, weil dann alles perfekt ist, sondern weil die größten finanziellen und organisatorischen Baustellen schon geklärt sind.
Die letzten 6 Monate vor der Geburt im Überblick
Steuerklasse früh prüfen
Wenn ihr verheiratet seid, kann ein rechtzeitiger Wechsel das spätere Elterngeld erhöhen. Das sollte möglichst früh geklärt werden.
Elternzeit planen und anmelden
Legt fest, wer wann pausiert oder reduziert. Die Anmeldung beim Arbeitgeber muss schriftlich und fristgerecht erfolgen.
Erstausstattung und Budget vorbereiten
Kinderwagen, Autositz, Kleidung und Pflegeprodukte kosten schnell viel Geld. Second-Hand, Geschenke und Wunschlisten können euer Budget deutlich entlasten.
Nach der Geburt Anträge stellen
Elterngeld und Kindergeld kommen nicht automatisch. Plant die Unterlagen vorher, damit ihr nach der Geburt nicht alles unter Zeitdruck erledigen müsst.
Direktvergleich
| Modell | Dauer | Höhe | Bedingung | Passt für |
|---|---|---|---|---|
| Basis-Elterngeld | 12 Monate, mit Partner 14 Monate | 65 % vom Netto (300 bis 1.800 €) | Klassisch, kaum Erwerbstätigkeit parallel | Wer voll pausiert |
| ElterngeldPlus | Bis zu 24 Monate | Halber Betrag, dafür doppelte Dauer | Teilzeit bis 32 Stunden pro Woche erlaubt | Schrittweiser Wiedereinstieg |
| Partnerschaftsbonus | 4 zusätzliche Monate | Wie ElterngeldPlus | Beide arbeiten 24 bis 32 Stunden pro Woche parallel | Paare mit geteilter Betreuung |
Deine beste Freundin für Finanzen
Unsicher, welches Elterngeld-Modell für euch am meisten herausholt oder welche Steuerklasse vor der Geburt sinnvoll ist? Frag Bea. Sie rechnet mit euren konkreten Gehältern und eurer geplanten Aufteilung der Elternzeit.
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