Einzelaktien kaufen: Vom ersten Klick bis zum Verkauf


Darum geht’s
Einzelaktien kaufen ist leicht, aber was machst du danach? Der Klick im Broker ist nicht die eigentliche Entscheidung. Schwieriger wird es bei der Auswahl, der Positionsgröße, roten Zahlen, schnellen Gewinnen und dem richtigen Verkaufszeitpunkt. Genau deshalb brauchst du Regeln, bevor Emotionen übernehmen. In welcher Phase deiner Aktienentscheidung stehst du gerade?
Kapitel 01
Einzelaktien sind Anteile an genau einem Unternehmen. Wenn du Apple, Tesla, Nvidia oder SAP kaufst, setzt du bewusst auf diese eine Firma. Anders als ein ETF streut eine Einzelaktie dein Risiko nicht automatisch über hunderte Unternehmen.
Deshalb kommen Einzelaktien erst, wenn deine Basis steht: Dein Notgroschen ist aufgebaut, dein ETF-Sparplan läuft und du hast echtes Spielgeld übrig. Also Geld, das du investieren kannst, ohne deinen Alltag, deine Rücklagen oder deine langfristige ETF-Strategie zu gefährden.
Die wichtigste Regel: Einzelaktien sind nicht dein Fundament, sondern die Ergänzung. Wenn du dafür deinen Notgroschen angreifst oder den ETF-Sparplan kürzt, bist du noch nicht bereit. Dann baust du zuerst die Basis und kaufst Einzelaktien später mit klarem Kopf.
Drei Voraussetzungen, drei Zahlen
2–3 Nettogehälter
Erst Notgroschen, dann Einzelaktien.
Max. 10 %
Einzelaktien bleiben Spielgeld, nicht dein Fundament.
Mind. 10 Positionen
Sonst hängt zu viel an einer einzigen Aktie.
Diese Begriffe solltest du vor dem ersten Aktienkauf kennen
Ordne jeden Begriff der passenden Erklärung zu.
Hinweis
Vor dem ersten Aktienkauf sollten drei Dinge passen: dein Notgroschen ist da, dein ETF-Sparplan läuft und du investierst nur Spielgeld. Fehlt einer dieser Punkte, baust du erst die Basis. Einzelaktien kommen später.
Kapitel 02
Die erste Einzelaktie sollte nicht aus Hype entstehen. Gute Ausgangspunkte sind Unternehmen, die du wirklich verstehst: Produkte, die du selbst nutzt, Marken, denen du langfristig etwas zutraust, oder Branchen, die du beruflich gut einschätzen kannst.
Was keine gute Grundlage ist: TikTok-Tipps, Reddit-Hype oder „die Aktie ist gerade überall“. Wenn alle schon darüber sprechen, ist viel Hoffnung oft bereits im Kurs enthalten.
Genauso wichtig wie die Aktie ist die Größe deiner Position. Eine einzelne Aktie sollte nur einen kleinen Teil deines Depots ausmachen. Als Faustregel gilt: maximal 5 % deines gesamten Depotwerts pro Einzelaktie. So kann eine falsche Entscheidung wehtun, aber nicht dein ganzes Depot zerstören.
Die Grundregel: Kaufe nur Aktien, die du verstehst und nur so groß, dass du ruhig schlafen kannst.
Wie groß darf eine einzelne Aktie maximal sein?
Du willst deine erste Einzelaktie kaufen, beide stehen aktuell um den fairen Wert. Welche passt eher zu einem Einsteiger-Spielgeld-Depot?
Tipp
Baue deine erste Position nicht aus dem Bauch heraus auf. Sammle dein Spielgeld, bis etwa 200 € zusammen sind, und kaufe dann in kleinen Tranchen statt alles auf einmal. So startest du kontrollierter und vermeidest, dass Gebühren und Timing deine Entscheidung dominieren.
Kapitel 03
Nach dem Kauf beginnt die schwerste Phase: nicht der Klick, sondern das Halten. Eine Einzelaktie schwankt deutlich stärker als ein ETF. Mal bist du schnell im Plus, mal plötzlich deutlich im Minus.
Genau deshalb brauchst du vorher Regeln. Wenn eine Aktie stark steigt, prüfst du, ob deine ursprüngliche Idee noch stimmt. Wenn ja, kannst du halten. Wenn nein, nimmst du Gewinne mit. Wenn eine Aktie stark fällt, solltest du nicht automatisch hoffen, dass sie „schon wieder kommt“.
Wichtig ist die Verlust-Mathematik: Fällt eine Aktie um 25 %, braucht sie danach rund 33 % Gewinn, nur um wieder auf null zu kommen. Bei 50 % Verlust braucht sie sogar 100 % Anstieg. Deshalb ist Aussitzen nicht immer Geduld, sondern manchmal nur Hoffnung.
Die Grundregel: Entscheide nicht erst im Plus oder Minus. Lege vorher fest, wann du prüfst, hältst oder verkaufst.
Lebenslauf einer Aktien-Position
Monat 0: Kauf-Euphorie
Direkt nach dem Kauf fühlt sich jeder Plus-Tag wie Bestätigung an. Genau deshalb brauchst du deine Regeln schon vorher.
Monat 3 bis 6: Erste Prüfung nach Zahlen oder News
Die ersten Quartalszahlen, Produktmeldungen oder Marktveränderungen zeigen, ob deine ursprüngliche Idee noch trägt.
Monat 12: Re-Check deiner Investmentthese
Nach einigen Monaten prüfst du ehrlich: Gilt der Grund für den Kauf noch? Wenn nicht, wird Halten schnell zu Hoffen.
Monat 24: Halten, reduzieren oder verkaufen
Jetzt entscheidest du nach Regel, nicht nach Gefühl: weiter halten, Gewinne teilweise mitnehmen oder aussteigen.
Deine Aktie fällt von 100 € auf 75 €. Wie stark muss sie jetzt steigen, damit du wieder bei 100 € bist?
Du brauchst 25 € Gewinn auf den neuen Wert von 75 €. Also: 25 € ÷ 75 €.
Hinweis
Ein Minus von 25 % braucht danach rund 33 % Gewinn, nur um wieder bei null zu landen. Genau deshalb sind klare Verlustregeln wichtig: Sie schützen dich davor, aus Hoffnung immer weiter auszusitzen.
Kapitel 04
Verkaufen ist oft schwerer als Kaufen. Bei Gewinn willst du nichts verpassen, bei Verlust willst du nicht „zu früh“ aufgeben. Genau deshalb brauchst du klare Verkaufsregeln.
Gute Gründe zu verkaufen sind: Deine ursprüngliche Investmentidee stimmt nicht mehr, die Position ist zu groß geworden oder du willst nach starken Gewinnen einen Teil absichern. Schlechte Gründe sind Panik, ein negatives Video, ein schlechter Börsentag oder Bauchgefühl.
Der einfache Test vor jedem Verkauf: Schreib in einem Satz auf, warum du verkaufen willst. Klingt der Satz nach Angst, ist es wahrscheinlich keine gute Entscheidung. Klingt er nach einer klaren Regel oder einer veränderten Investmentthese, ist ein Verkauf sinnvoller.
Die Grundregel: Verkaufe nicht, weil du nervös bist. Verkaufe, weil deine vorher festgelegte Regel greift.
Du hast Apple seit 2015 gehalten und stehst aktuell bei plus 800 Prozent Gewinn. Wie viel Prozent deiner Position solltest du nach der Profit-Take-Regel jetzt verkaufen?
50 %
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| Phase | Was du tust | Hauptregel | Typischer Fehler | Bea-Frage |
|---|---|---|---|---|
| 1. Bevor du kaufst | Voraussetzungen prüfen, Begriffe klären | Notgroschen, ETF-Sparplan und 200 € Spielgeld | Ohne Basis direkt einsteigen | Bin ich überhaupt bereit? |
| 2. Beim Kaufen | Aktie auswählen, Position-Größe festlegen | Was-nutze-ich oder Branchen-Insider, max 5 % pro Position | TikTok-Tipp blind kaufen | Welche Aktie passt zu mir? |
| 3. Während du hältst | Auf plus oder minus 30 % reagieren | Bei -25 % Stop, bei +30 % These prüfen | Verluste aussitzen | Was tun bei meinem Stand? |
| 4. Wenn du verkaufst | Drei Exit-Trigger anwenden | Nur bei These-Tod, zu großer Position oder Profit-Take | Emotional verkaufen | Verkaufen oder weiter halten? |
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