Asset-Allocation: Dein Depot in vier Schritten aufgebaut


Darum geht’s
Du willst investieren, aber weißt nicht, wie du dein Depot sinnvoll aufteilen sollst? Ein ETF-Sparplan ist ein guter Start, aber noch kein kompletter Plan. Entscheidend ist, wie viel Risiko du wirklich aushältst, wie viel Sicherheit du brauchst und welche Aufteilung du langfristig durchziehst. Welche Depot-Aufteilung passt zu dir?
Kapitel 01
Beim Depot-Aufbau geht es nicht zuerst um den perfekten ETF. Es geht darum, wie viel Risiko du wirklich aushältst, wenn dein Depot fällt.
Viele sagen: „Ich bleibe langfristig dabei.“ Im Crash fühlt sich das anders an. Wenn dein Depot plötzlich 30 oder 40 Prozent im Minus ist, entscheidet nicht dein Wissen, sondern dein Verhalten. Verkaufst du aus Angst, ist die beste Strategie auf dem Papier wertlos.
Deshalb kommt vor der Depot-Aufteilung der ehrliche Risiko-Check. Wenn dich starke Schwankungen nervös machen, brauchst du mehr Sicherheit im Depot. Wenn du Kurseinbrüche aushältst und langfristig investierst, kann dein Aktienanteil höher sein.
Wichtig ist: Du musst nicht mutiger wirken als du bist. Die beste Aufteilung ist die, die du auch in schlechten Marktphasen durchhältst.
Crashs zeigen, ob deine Aufteilung wirklich zu dir passt
-34 %
Schneller Einbruch: wenige Wochen reichen für starke Verluste.
-57 %
Lange Krise: hier zeigt sich, ob du investiert bleibst.
-49 %
Mehrjährige Schwächephase: deine Strategie muss Geduld aushalten.
Du bist 25, hast über 30 Jahre Anlagehorizont, aber noch nie einen echten Crash erlebt. Welches Risikoprofil ist der bessere Start?
Hinweis
Überschätze deine Risikobereitschaft nicht. Wenn dich ein Depotverlust von 40 % stark belasten würde, starte konservativer. Die beste Aufteilung ist die, bei der du auch im Crash investiert bleibst.
Kapitel 02
Wenn du dein Risiko-Profil kennst, wird die Depot-Aufteilung deutlich einfacher. Du musst nicht jede Asset-Klasse perfekt berechnen. Wichtig ist, dass deine Mischung zu deinem Alter, deinem Anlagehorizont und deinem Bauchgefühl im Crash passt.
Für viele junge Anleger ist ein hoher Aktienanteil sinnvoll, weil sie lange investieren können. Trotzdem braucht nicht jeder 100 % Aktien. Wenn du in ein paar Jahren Geld für Umzug, Selbstständigkeit, Immobilie oder andere Ziele brauchst, gehört mehr Sicherheit ins Depot.
Du kannst dich grob an drei Profilen orientieren:
Konservativ: mehr Sicherheit, weniger Schwankung. Standard: guter Mittelweg aus Rendite und Stabilität. Risikogeneigt: mehr Renditechance, aber auch deutlich stärkere Schwankungen.
Entscheidend ist nicht, welches Profil auf dem Papier die höchste Rendite verspricht. Entscheidend ist, welche Aufteilung du langfristig durchhältst, ohne im falschen Moment zu verkaufen.
Renditechance pro Jahr je Risiko-Profil
Asset-Klassen nach Renditechance über 20 Jahre
Sortiere die vier Asset-Klassen nach historischer Renditechance über 20 Jahre, beginnend mit der höchsten.
Tipp
110 minus dein Alter kann ein erster Richtwert für deinen Aktienanteil sein. Mit 25 wären das etwa 85 %. Entscheidend bleibt aber: Deine Aufteilung muss zu deinem Risiko, deinem Ziel und deinem Alltag passen.
Kapitel 03
Wenn deine Aufteilung steht, brauchst du keine perfekte ETF-Auswahl. Du brauchst einfache, günstige und breite Bausteine, die du langfristig halten kannst.
Für den Anfang reicht oft ein großer Welt-ETF. Wenn du breiter aufstellen willst, kannst du später Schwellenländer ergänzen. Wichtig sind vor allem niedrige Kosten, ausreichende Fondsgröße und ein ETF, den du bei deinem Broker einfach als Sparplan einrichten kannst.
Mach es nicht komplizierter als nötig. Drei MSCI-World-ETFs im Depot bringen dir keine bessere Streuung, sondern nur mehr Unübersichtlichkeit. Besser ist: ein solider ETF pro Baustein, automatischer Sparplan, langfristig laufen lassen.
Die Grundregel: Nicht der perfekte ETF entscheidet, sondern ob du einfach startest und deine Aufteilung durchhältst.
Typischer Depot-Aufbau über die Zeit
Jahr 1: ETF-Sparplan starten
200 € pro Monat, ca. 2.500 € Kapital nach 12 Monaten.
Jahr 5: Depot wachsen lassen
Erst Erfahrung sammeln, dann weitere Bausteine prüfen.
Jahr 10: Spielgeld begrenzen
Einzelaktien oder Krypto nur klein beimischen.
Jahr 20: Jährlich rebalancen
Einmal im Jahr prüfen und wieder zur Ziel-Aufteilung zurückführen.
Beide ETFs bilden den MSCI World ab. Welcher passt besser ins Standard-Depot eines jungen Anlegers?
Hinweis
Für den Anfang reicht oft ein solider Welt-ETF als Sparplan. Wichtig sind niedrige Kosten, breite Streuung und ein Betrag, der dauerhaft zu deinem Budget passt. Perfektion ist weniger wichtig als ein Plan, der wirklich läuft.
Kapitel 04
Wenn dein Depot läuft, musst du nicht ständig eingreifen. Aber einmal im Jahr solltest du prüfen, ob deine Aufteilung noch zu deinem Ziel passt. Genau das nennt man Rebalancing.
Beispiel: Du wolltest 80 % Welt-ETF und 20 % Spielgeld. Nach einem starken Jahr liegt dein Spielgeld plötzlich bei 30 %. Dann ist dein Depot riskanter geworden, ohne dass du es bewusst entschieden hast.
Rebalancing bringt dein Depot wieder zurück zur geplanten Aufteilung. Für junge Anleger reicht oft die einfache Variante: nicht sofort verkaufen, sondern den Sparplan anpassen. Du besparst für ein paar Monate stärker die Bereiche, die zu niedrig sind, und weniger die, die zu hoch sind.
So bleibt dein Depot langfristig stabil, ohne dass du ständig handeln oder optimieren musst.
Dein Depot ist 10.000 € groß. Geplant waren 80 % Welt-ETF und 20 % Spielgeld. Aktuell liegen aber 9.000 € im Welt-ETF und nur 1.000 € im Spielgeld. Wie viel müsstest du verschieben, damit die Aufteilung wieder stimmt?
Ziel im Welt-ETF: 8.000 €. Aktuell im Welt-ETF: 9.000 €. Rechne die Differenz.
Direktvergleich
| Profil | Aufteilung | Renditechance | Historischer Max-Crash | Passt für |
|---|---|---|---|---|
| Konservativ (50/50) | 50 % Welt-ETF, 20 % Anleihen, 20 % Cash, 10 % Spielgeld | 4 bis 5 % pro Jahr | Rund -25 % | Wer in 3 bis 5 Jahren Geld braucht oder Crash-Angst hat |
| Standard (70/30) | 65 % Welt-ETF, 10 % EM, 15 % Cash, 10 % Spielgeld | 6 bis 7 % pro Jahr | Rund -40 % | Die meisten Jungen mit über 10 Jahren Horizont |
| Risiko-geneigt (90/10) | 60 % Welt-ETF, 20 % EM, 10 % Einzelaktien, 10 % Krypto | 7 bis 9 % pro Jahr | Rund -55 % | Junge mit über 20 Jahren Horizont und Crash-Erfahrung |
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